Dorothy Iannone in der Berlinischen Galerie

By 2014/02/20Berlin, Kunst + Design

This Sweetness Outside of Time heißt die aktuelle Ausstellung der Wahlberlinerin Dorothy Iannone in der Berlinischen Galerie. 

Am 19. Februar 2014 wurde die Ausstellung eröffnet und hunderte Kunstbegeisterte strömten in langen Schlangen in die in Kreuzberg verorteten Räume. Gezeigt wurden Gemälde, Videoinstallationen, Objekte und Bücher aus dem Schaffen der Künstlerin zwischen 1959 – 2014.

Dorothy Iannone hat sich voll und ganz der freien Sexualität und Emanzipation der Frau verschrieben. Was in den ersten Räumen noch abstrakt und harmlos beginnt – dafür aber mehr Raum für Fantasie gibt – manifestiert sich spätestens ab dem dritten Raum der Galerie in konkreter Darstellung vorzugsweise sich liebender Paare und/oder nackter Menschen. Jeder einzelne Figur scheint detailliert charakterisiert zu sein, aber wie es nun mal so ist mit nackten Menschen, der Blick konzentriert sich auf die primären Geschlechtsorgane und so endet die Ausstellung, die eigentlich ganz gut begann zeitweilig doch leider in Eintönigkeit. Die Künstlerin hat zu ihrer Zeit sicherlich mit Tabuthematiken schockiert, leider funktioniert diese Sprache heute aber nicht mehr ganz so gut wie sie es wohl einst in den 60er/70er Jahren getan hat. Und so muss man sich immer wieder dazu zwingen die damals widrigen Umstände (von Frauen) aufzurufen, um ein Verständnis für Iannones Kunst aufbringen zu können.

Zwischendurch erzählt die sie noch ausführlich illustriert und betextet von ihren eigenen Liebes- und Lebensgeschichten. Eintauchen kann man so in ihren verliebten Geist und ganz amüsant wird es dadurch an mancher Stelle, aber irgendwann ist man auch hier überfordert mit den immer langwierigeren Beschreibungen und sehnt sich zurück zu den Wortfetzen, die zu Beginn der Ausstellung noch zum Flanieren des Blickes einluden.

Nachdem ich in den tantrisch beeinflussten Räumen dank Informationoverload dann endgültig ausgestiegen bin, durfte ich am Ende doch noch einmal in einem beruht in schwarz/weiß gehaltenen Raum aufatmen. Hier erhielt man noch einen kleinen Einblick ihrer Werke, die in Berlin entstanden sind. An mancher Stelle findet man sich vielleicht sogar selbst wieder und spürt ganz groß den ästhetischen Einfluss dieser Stadt, sowie den Kampf und die Leidenschaft, die man immer wieder mit diesem Ort ausfechten muss.

Alles in allem sollte man sich für diese Ausstellung etwas Zeit nehmen und vielleicht noch etwas Humor einpacken.

Ein kleiner Trailer der Ausstellung weißt noch auf die doch immer wieder schön zu lesenden Texte hin.

Die Ausstellung läuft noch bis 2. Juni 2014 und kostet wie immer 8 €

Und nun noch ein kleiner Tipp: Franz Ackermann stellt seine Hügel und Zweifel noch bis zum 24. März 2014 in der Berlinischen Galerie aus. Ein Besuch lohnt sich also auf alle Fälle.

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