Hört sich jetzt an, als wäre mein Blog gehacked worden, aber ist wirklich so passiert.

Letzten Sonntag sah ich mir die Performance von MONSTERFRAU und Fritz Bornstück an. Etwas spontanentschlossen (sowohl auf meiner, als auch auf deren Seite) und ohne genau zu wissen was mich erwartet bin ich in die Galerie Zwitschermaschine gefahren um mir die beiden anzusehen und und ihnen zuzuhören.

Fritz und Lena jammen schon gemeinsam seit sie 14 sind. So wie es aussieht gehen sie dabei gerne experimentell vor. So erzählte Fritz von einer Box gefüllt mir Kinderspielzeug, die er einmal für einen Jam befüllt hatte. Lena tritt an diesem Abend mit Bewegungssensoren an Händen, Brust und Hüfte auf. Damit steuert sie noisige Samples, die sie vorher grob arrangiert und sich über kleine Knöpfe und Pannels zugänglich gemacht hat. Fritz dreht stattdessen lieber an Reglern, mit denen er seine Beats produziert. So treten die beiden Freunde miteinander in einen angeregten Dialog.

Wenn man sich soetwas ansieht, muss man erst einmal sehr offen für das Geschehnis sein. Die improvisierte „Musik“ ist laut und schräderig. Manchmal schmerzt sie, aber manchmal leitet sie einen in unentdeckte Welten. Vor allem Lena führt während der ganzen Session etwas ungewöhnliche Bewegungen durch, die sie ganz schön fordern. Aber nur so kann sie sich ihre Samples abrufen und ihre Musik erzeugen. Pressure and release, sowohl im Körperlichen, als auch in der Musik.

Aber statt nach einer guten Stunde zwei völlig erschöpfte Wesen in sich zusammensacken zu sehen, waren beide nach dem Jam völlig energetisiert. Unmittelbar nach dem letzten Ton wird der musikalische Dialog in einer Diskussion weitergeführt. Schön für die Zuschauer, so noch etwas mehr Einblick in das eben Erlebte zu erhalten. So standen wir mit den beiden sympatischen Performancekünstlern noch eine Weile zusammen, sprachen über den auditiven Amazonas, den einer der Besucher zwischendurch für sich entdeckte und Vipassana, eine Meditationsart, die Lena nicht nur erlernt hat, sondern auch in ihren Performances für sich benutzt.

Vielen Dank für einen kleinen Einblick in eure Welt und das anregende Gespräch, Lena und Fritz!

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